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Ich sehe unseren fotografischen Akt nicht allein auf den Roman "Der Stille Ozean" bezogen, sondern vor allem als ironischen und selbstironischen Kommentar zu meiner Arbeitsmethode, die ja auf der Recherche und Fotografie beruht. Ich bin erstaunt, wie wenig sich die Nachstellung, die Reproduktion meiner Arbeitsmethode von den Vorgängen in der Wirklichkeit unterscheidet. Der fotografische Akt entspricht darüber hinaus auch dem Schreibvorgang, bei dem ja im Kopf wirkliche Vorgänge erinnert werden und manches damit sozusagen bildlich nachgestellt wird. Da die Erinnerung Lücken hat, erfinde ich Wirklichkeit und ich erfinde sie anhand der Realität. Überhaupt ist es der Zweck der erinnerten Wirklichkeit, zu Fiktion, zu Erfindung im Rahmen meiner Bücher zu werden. Sie inspiriert meinen Erfindungsgeist. Ich finde den Erinnerungsvorgang, wie er in diesem fotografischen Prozess abläuft, authentisch. Er ähnelt auch dem Traum, auf den man als Träumender keinen Einfluss mehr hat. Also haben wir Träume, dem Erinnerungsvorgang und dem Schöpfungsakt gewissermaßen karikaturhaft nachgemacht, so genau, dass derWitz in der kopienhaften Synchronizität der Wiederholungsvorgänge durchaus auch einen Kern des
Romans sichtbar macht. Selbstverständlich könnte man diesen fotografischen Akt auch mit einem anderen meiner Romane machen, dann wäre das Motiv eben ein anderes gewesen. Natürlich bin ich auch ein Voyeur. Ohne meine voyeuristische Leidenschaft würde ich anders schreiben. Das alles kommt in den Bildern sehr gut heraus. Sie sind quasi Standfotos, die den Schöpfungsprozess nachstellen. Dazu kommt noch eine gewisse Experimentierlust. Ich stelle den fotografischen Akt dar, den G.R.A.M. bei der Nachstellung meiner Arbeitsmethoden ausführt und ironisiere durch diesen zwillingshaften Prozess nicht nur meine eigene Arbeitsmethode, sondern auch die von G.R.A.M., welche sich durch Einbeziehung von mir ebenfalls selbst ironisiert.
Gerhard Roth, 19.8.2004
G.R.A.M.
Auswahl von Einzel- und Gruppenausstellungen:
1991 Maine-Lobster, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Studio, Graz,
1994 Decken, Kunsthalle Exnergasse, Wien; Präsentation des Masochisten Hermes Phettberg "Am Klo", Intro Spection Graz, 1997 Ich bin ein L.A., Schindler-Haus, Los Angeles L.A.nding, MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles; Premiere Hollywood, Motel Premiere Hollywood, Los Angeles; Paparazzi, Österreichische Galerie Belvedere, Vienna; Ambrosi-Atelier, Vienna; Grazer Kunstverein, Graz; 1998 Diana.98, Museum für Gegenwartskunst, Zürich; Cote Noir, Villa Arson, Nizza; Beyond the matter of space, Beyond Baroque, Los Angeles; 1999 Le plaisier de savoir, Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz; 2000 Positions, Attitudes, Actions, Fototriennale Rotterdam, Rotterdam; AIR-AIR, Grimaldi Forum Monaco, Monte Carlo; Psychodelic, Gelerija Skuc, Ljubljana; 2002 graz-intern, Graz, Forum Stadtpark; art position 2002 – Junge Kunst in Wien, Wien; Schindler-Workshop im Rahmen d. Rikrit Tiravanija-Ausstellung, Secession, Wien; 2001 Casting The Past: Beneath The Hollywood Tinsle, Main Gallery CSU Fullerton, Los Angeles; CTRL (Space)-Rhetorik der Überwachung von Bentham bis Big Brother, ZKM, Karlsruhe; Kunst und Kur – Ästhetik der Erholung, Kunsthaus, Meran/Italien; Gefesselt – entfesselt, Galerie Zacheta, Warschau; 2004 „Jagdausflug im Stillen Ozean“, mit Gerhard Roth, Publication, Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz
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