Krautschneider –
Rainer Ganahl und seine Klasse
   
   
 
  Frank Maier, Jangyoung Jung, Manuela Tirler, Gabriela Oberkofler, Andreas Geisselhardt, Ulrike Buck, Oana Vainer,
Daniel Herleth, Ane Prehn, Ellen Voges, Christine Jetter, Vera Mayer, Anahita Razmi , Micha Dengler, Manuel Knapp,
Diana Moro, Kern Katharina und Rainer Ganahl
 
 




   
11. Juli – 8. August 2009
Eröffnung: 11. Juli – 17.00 Uhr
Durch die Eröffnung der Ausstellung Antony Gormley im Kunsthaus Bregenz, um 19,30 Uhr,
begrüßen wir Sie gerne schon ab 17 Uhr in der Galerie.



Rainer Ganahl: Noch im 19. Jahrhundert war die Wirtschaft des Vorarlberger Oberlandes wesentlich nur durch eine ärmliche Landwirtschaft geprägt, die junge Leute oft zwang, bei den Schwaben oder noch weiter entfernt sich als Maurer, Zimmerer, Gipser aber auch als landwirtschaftliche Hilfskräfte - Krautschneider usw. - den Lebensunterhalt zu verdienen. Krautschneidergeschichten wurden uns schon in der ersten Klasse Volksschule erzählt und blieben mir bis heute lebhaft in Erinnerung. Die Option der Fremdarbeit begeisterte mich schon als Kind. Der Grund, das Ländle zu verlassen war jedoch für mich kein wirtschaftlicher, sondern ein kultureller und ausbildungsspezifischer: Universität in Innsbruck, Kunstakademien in Wien, Paris, Düsseldorf und New York, wo ich seit 20 Jahren - mittlerweile mit Familie – lebe. Seit der Berufung als Professor für Bildhauerei an die Staatliche Akademie Stuttgart vor drei Jahren pendle ich von New York aus regelmäßig nach Europa, was meinem Status als geistiger Fremdarbeiter (Harald Szeemann) wiederum einen neuen Sinn, einen neuen Aspekt verleiht. Wie schon damals die Krautschneider, lande ich periodisch im Schwabenland, wo ich mich besonders durch die Nähe zu Vorarlberg sehr wohl fühle, weil auch die Schwaben exzellente Käsespätzle kochen können und den Kartoffelsalat ohne Mayonnaise zubereiten. Mein Unterricht kann sehr viele Formen annehmen, darunter auch die des Reisens, das ich als sehr wichtig empfinde. Zusammen waren wir schon in New York, Paris, Venedig, Stockholm und den ganzen April 2009 in Shanghai. Wir freuen uns auch, wenn wir zu einer Ausstellung wie die in Bregenz eingeladen werden. Das Unterrichten von Kunst ist eine sehr verantwortungsvolle Arbeit, die ich nicht nur gerne mache, sondern die auch wichtiger Teil meiner künstlerischen Bemühungen der letzten zwei Dekaden ist. Das Verhältnis Lehrer – Studenten ist ebenfalls ein interessantes, spannungsgeladenes und produktives und gleicht keiner Einbahnstraße. Im Gegensatz zu manch anderen Professoren bin ich an keinem “einheitlichen Stil’ , oder keiner „einheitlichen Arbeitsweise“ interessiert. Ich bin an keinen Studenten interessiert, die „so arbeiten wie ich“. Obwohl ich eine freie Klasse für Bildhauerei leite, akzeptiere ich jede Arbeitsweise. Wesentlich ist für mich das künstlerische Denken und Sehen, das sich in jeder Darstellungsweise manifestieren kann, selbst in einem Krautkopf. Die Studenten - mehrere von Ihnen haben dieses Jahr ihr Studium abgeschlossen, andere sind in die Klasse erst neu aufgenommen worden – sind hier keine Studenten mehr, sondern junge Künstler, die mit mir in einer Gruppenausstellung teilnehmen. Sie bedürfen keiner Beschreibung, denn die einzelnen Arbeiten sprechen für sich. Dasselbe gilt auch für meinen Beitrag zu dieser Ausstellung.
Teilnehmer: Frank Maier, Jangyoung Jung, Manuela Tirler, Gabriela Oberkofler, Andreas Geisselhardt, Ulrike Buck, Oana Vainer, Daniel herleth, Ane Prehn, Ellen Voges, Christine Jetter, Vera Mayer, Anahita Razmi , Micha Dengler, Manuel Kleinknapp, Diana Moro, Kern Katharina und Rainer Ganahl
 
Kurzbio: Geboren in Bludenz/Austria, lebt und arbeitet in New York mit einem amerikanischen und einem österreichischen Pass. 1986 Abschluss des Studiums der Philosophie und Geschichte an der Universität Innsbruck 1986 – 91 Hochschule für angewandte Kunst, Wien (Peter Weibel), und Kunstakademie Düsseldorf (Nam June Paik) 1990/91 Independent Study Program, Whitney Museum, New York 2009 Biennale von Venedig, - Die Angstgesellschaft - kuratiert von Jota Castro für den Pavillon of Urgency – ein Projekt der Region von Murcia 2008 Shanghai Biennale 2007 Istanbul Biennale 2. Moscow Biennial, Left Pop, Moscow 2006 Sevilla Biennale 2nd Bucharest Biennial, Bucharest, Romania 2005 Poles Apart Poles Together, 51. Venice Biennial 2003 Albisola - Biennial in contemporary ceramics Tirana Biennale, Albanien 1999 Venice Biennial, Venice 1999, Austrian Pavillion 1997 Kwangju Biennale, Korea Ausstellungen in Vorarlberg: 2006 Magazin 4, Bregenz 1997 Kunsthaus Bregenz
 
Krautschneider / cabbage cutters – Rainer Ganahl und seine Klasse
Far into the 19th century, Vorarlberg, Austria’s most Western province was a very poor alpine area. Young people had to leave their homes and work as agricultural labor in neighboring south Germany. These young people were called at home cabbage cutters. Since early childhood I identified with them. Me too, I left Vorarlberg in 1980 and Austria in1986 for good and have been settled down in New York for nearly 20 years and now even created a family. My reasons for leaving were educational, cultural and social and not economical. Interesting enough, over the last couple of years, I’ve been invited to work as a professor for sculpture at the art academy Stuttgart – southern Germany - which I now frequent regularly which puts me in relationship to the cabbage cutter. During a small collaboration with the Lisi Haemmerle, I asked her whether I could organize a group show with my students. She agreed and I contriubuted as well with works of mine, which in this case manifests itself as 4 different cabbage heads, three in porcelain and one in bronze. Taking the exhibition title literally a couple of telling ironies are set free which don’t need further elaboration. I love to teach and enjoy working together with my students.
www.ganahl.info/krautschneider.html

 

 
 
 
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 14 – 18 Uhr, Samstag von 10 – 12 und 14 – 16 Uhr und nach tel. Vereinbarung.
GALERIE LISI HÄMMERLE · ANTON-SCHNEIDER-STR. 4A · 6900 BREGENZ /AUSTRIA
T u. F + 43 (0)5574 52452 · MOBIL + 43 (0)664 5288239
www.galerie-lisihaemmerle.at · galerielisihaemmerle@tele2.at
 
 
   
   
 
Mittwoch bis Freitag, von 14 bis 18 Uhr, samstags von
10 - 12 und 14 - 16 Uhr und nach tel. Vereinbarung.

galerielisihaemmerle@tele2.at