| |
|
|
2.Berliner Kunstsalon
MEN & WOMEN in der Arena Berlin 30.09. - 6.10.2005 Stand 34
|
|
|
|
|
| |
|
|
Die teilnehmenden Künstler-Innen der Galerie stehen sich geschlechtsspezifisch gesehen:
|
|
|
|
|
|
|
|
Sissi Farassat
Ulli Knall
Ruth Schnell
Christine Weber |
|
Gottfried Bechtold
G.R.A.M. mit Martin Behr und
Günther Holler-Schuster
Alekos Hofstetter |
| |
|
|
kein Gender-Match. Aus differenzierter Sicht ein Projekt über die Wahrnehmung |
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
In Sissi Farassats paillettenbestickten Selbstporträts spielen Intimität, Privatheit und Verletzlichkeit, äußere Konditionierungen und Öffentlichkeit ebenso eine Rolle wie Nähe und Distanz. Subtiler, weil am eigenen Körper erfahrbar, werden diese beiden Kategorien noch in den Leuchtkisten. Mittels eines Bewegungsmelders erlöscht das Licht beim Nähertreten. Sich offenbaren und Entziehen sind eins.
|
>> |
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
Ulli Knall
erweiterte Ihr Porträtthema in den letzten Jahren von „Ausserirdischen“ zu „Humen Females“. Sie beschäftigt sich nun vorwiegend mit der Ikonographie des Porträts und der Rolle des Fiktionalen in der bildenden Kunst und erarbeitete einen Zyklus an Zeichnungen. Sie hat sich den Kunstgeschichte Büchern ihrer Kindheit und Jugend gewidmet, welche sie in ihrem Elternhaus vorfand. Entstanden sind etliche Porträts nach berühmten Vorbildern wie Rubens, Rembrandt, Vermeer, gemalt in einer Mischtechnik aus Kreide, Aquarell und Tusche auf grauem Pastellpapier sowie Skulpturen aus Ton und Ihr Video „Thank You Girl“ |
>> |
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
Ruth Schnell
Auseinandersetzung mit der Gültigkeit von Blickordnungen und einer Verknüpfung von realem Umraum, Bildraum und virtuellem Zeichenraum ist die Thematik von Ruth Schnell. Zu sehen ist eine mit mehreren transluzenten Epoxi-Schichten überzogene MDF-Platte – ein monochromes Tafelbild. In diesen Bildträger sind jeweils 32 vertikal angeordnete Leuchtdioden eingelassen. Dieser zunächst als kompositorisches Elemente identifizierbare Lichtbalken generiert in Lichtpunkte zerlegte Wörter. Zwei fundamental verschiedene Blickordnungen kollidieren. Während die bewusste Bildbetrachtung ziel-gerichtetes Sehen voraussetzt, erfordert eine Wahrnehmung der als Impulse über die Lichtbalken flimmernden Wörter einen genau entgegen gesetzten Blickmodus. Diese sind dann wahrnehmbar, wenn der Betrachter selbstverständliche, am Akt des Lesens ein-geübte Rezeptionsmuster aufgibt; erforderlich ist hier ein frei schwebender Blick am Objekt vorbei. Ruth Schnell macht sich dabei den so genannten "Nachzieheffekt" zunutze: eine bewegte punktförmige Lichtquelle - oder eben umgekehrt eine unbewegte Lichtquelle bei schneller Bewegung des Auges – wird als Lichtstreifen abgebildet. Als Nachbilder, die auf der Netzhaut produziert und im Gehirn interpretiert werden, erscheinen die über den Leuchtbalken generierten Wörter Hologrammen gleich im Raum.
Die Wortreihen entstammen Lexika, Statistiken und anderen Medien der Wissens-erfassung. Diese werden als Instanzen der jeweils gültigen Weltsicht verstanden, die über Zuschreibungen Bedeutung produzieren. |
>> |
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
Christine Weber
Wie die Malerei der Pop-Art arbeitet auch Christine Weber mit der Entnahme von Motiven aus Bestehendem. Vorlage ihrer Serie „weak end“ war Jean-Luc Godards Film Weekend von 1967. Weitere Motive lieferten zur Serie „Kika“ Pedro Almodovars Film, gefolgt von „Heaps“, gemeinsam jubelnde Fußballspieler nach dem Torerfolg und „neck-and neck“, das Gedränge der Dromedare und ihrer Reiter im Rennen. Das Thema Gewalt spielt bei der Motivsuche von Christine Webers Malerei eine unterschwellige Rolle. Ihre neueste Serie zur S-For Thematik sind Motive aus Quentin Tarantinos Film „KILL BiLL“. Die Bilder stellen bedrohlich wirkende Frauen oder Frauen in Kampfsituationen dar. Christine Webers Malerei bedient sich aus dem Repertoire des Films, der Medien und eigener Fotos. Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsverhältnis zwischen Wirklichkeit und Fiktion.
|
>> |
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
Gottfried Bechtold
Fotografie
“Signatur 2002 Gottfried Bechtold”
mit Objekt „Mallorys Sleep“ von Ona B.
Gottfried Bechtold, Bildhauer mit Hang zum Werkstoff Beton sowie ein Pionier der Medienkunst in Österreich, wurde 2002 von Kurator Dr. Oscar Sandner zu einer Gruppenausstellung im öffentlichen Raum, Thema „Medium Berge“, gewidmet dem Bergsteiger Mallory, eingeladen, die Staumauer des Silvrettasees künstlerisch zu bespielen. Die Staumauer, welche als kolossales Bauwerk für sich steht und heute aus der Sicht von Kunst–Schnittstelle–Architektur, nicht mehr zusätzlich mit „Kunst am Bau“ aufgewertet werden kann, wurde nun von Gottfried Bechtold zum Kunstwerk selbst erhoben, und ausgehend von seiner eigenen Signatur, vergrößert im Maßstab von
ca. 1 : 300, aus 2 mm Edelstahl geschnitten, als Skulptur an der Staumauer installiert. Da das Werk, so KUB-Direktor Eckhart Schneider, konkret dem Sammlungsthema des Kunsthaus Bregenz, entspricht, wurde es angekauft. Die kunstgeschichtliche Zuordnung ist noch nicht möglich, die Bezeichnungen „Object Trouve“ bzw. „Ready Made“ sind nicht treffend, auch nicht „Land-Art“. Ein typisches Bechtold Werk zwischen den Zeiten.
Diese künstlerische Aktion erregte große Aufregung bei Historikern und Grün-Politikern. Die Staumauer erbauten unter anderem auch Zwangsarbeiter während der NS-Zeit. Durch Bechtolds Signatur wurde diese Wunde aufgerissen, dieser Einsatz dem Künstler vorgeworfen. Bechtold sieht seine Signatur als ein „Manifest der Grenzüberwindung – mit der Deklaration der Staumauer zur Skulptur erlangt dieses Phänomen ein hohes Maß an Sichtbarkeit“. Ein Versuch von Vergangenheitsaufarbeitung in den Alpen.
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
G.R.A.M. Martin Behr - Günther Holler Schuster
Über bewusst gewählte Ausschnitte aus der Fülle medialer Bildwelten, agiert G.R.A.M. strategisch und betreibt ein subversives Spiel mit der Wahrnehmung von Begriffenen wie Berühmtheit, Heroismus, Pathos, Triumph, Tragödie, Lächerlichkeit. Die Wahrnehmung der Realität wird dabei oft, wie im tatsächlichen Leben, zu einer neuen subjektiven Realität. Inszenierte Bilder bzw. Pressebilder von Politikern, egal welcher Herkunft, eignen sich zur Beweisführung besonders. G.R.A.M. inszeniert diese Bilder noch einmal und schafft somit ein „reentry“ in die Öffentlichkeit über das System der Kunst.
Letztendlich ist das Versprechen der Politik eng an die Wahrnehmung der Realität gebunden.
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
Alekos Hofstetter
In Alekos Hofstetters Börsenbildern der Serie CASH FLOW ist das Individuum im System der Kapitalmärkte kaum noch wahrnehmbar. Es verschmilzt an seinem Arbeitsplatz mit der globalen Kommunikations- und Finanzarchitektur, wohingegen Alan Greenspan uns als Demiurg gezeigt wird. Der Eindruck der Individualität und seinem damit verbundenen Einfluss auf das weltweite Finanzgeschehen wird jedoch künstlich für die Medienöffentlichkeit aufrecht erhalten, um sich nicht die vollständige Autonomisierung der Kapitals eingestehen zu müssen. Hofstetter unterzieht für CASH FLOW Medienbildmaterial einem Prozess der Reduktion im Sinne einer Auslöschung distinktiver Merkmale und seine Linienführung vernetzt Gruppen von Menschen mit ihrer Arbeitsumgebung, er inkorporiert irreversibel Mensch, Maschine und Raum.
Lokiev Stoof, Berlin 2003 |
>> |
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
<<zurück
|
|
|
|
|
|
|
|
|